Pflege ist doch nicht spirituell...
oder?


Die staatlichen Gesundheits- und Pflegesysteme, die modernen, hoch technisierten Krankenhäuser sowie ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sind keine Orte, die man vordergründig mit dem Begriff Spiritualität in Verbindung bringt. Arbeit nach ormierten Zeittakten, ökonomischer Druck, bürokratischer Aufwand, die technische Machbarkeit in der Medizin sowie die Dominanz von Wissenschaft und Professionalität scheinen für Spiritualität und Glaubenspraxis wenig Spielraum zu bieten.

Andererseits wird Spiritualität von der WHO als eine grundlegende Dimension unserer menschlichen Existenz definiert. Spirituelles Wohlergehen hat gesundheitsfördernde Auswirkungen. Wo Menschen an die Grenzen ihrer Gesundheit oder gar ihres Lebens geraten, treten sehr persönliche spirituelle Bedürfnisse zutage. Seit jeher richten Menschen ihren Blick in den nächtlichen Sternenhimmel, in der Sehnsucht nach Heil und nach einer göttlichen Kraft, die unserem irdischen Erfahrungshorizont die Grenzen nimmt.

Jede Pflegefachperson wird früher oder später in ihrem Berufsalltag mit einer spirituellen Wirklichkeit konfrontiert. Die eigene Spiritualität bereichert darüber hinaus unser berufliches Leben.

Ist Pflege neben aller Professionalität auch (oder gerade deshalb) spirituell? Wie viel Spiritualität braucht bzw. verträgt die Pflege? Diesen Fragen rund um das Thema Spiritualität in der Pflege wollen wir während dieses Kongresses vielgestaltigen Raum geben.

Wir freuen uns, Sie beim Salzburger Pflegekongress 2019 begrüßen zu dürfen.

Anna Sattlecker, MSc
Dr. Detlef Schwarz